Immobilien-Ratgeber

Energieeffizienz und Immobilienwert:
Wie weit die Schere auseinandergeht

Vor drei Jahren war es eine Prognose, heute ist es messbar: Der Energiezustand einer Immobilie entscheidet spürbar über ihren Wert. Aktuelle Marktauswertungen zeigen, wie groß der Abstand zwischen sanierten und unsanierten Objekten geworden ist – und dass sich das Bild je nach Immobilienart deutlich unterscheidet.

Eigentumswohnungen: die Schere öffnet sich

Auswertungen von Angebotspreisen zwischen 2021 und 2025 zeigen ein klares Muster. Eigentumswohnungen der Energieeffizienzklassen F, G und H haben je nach Klasse zwischen vier und zwölf Prozent an Wert verloren. Wohnungen der Klasse A legten im selben Zeitraum bundesweit um rund 13 Prozent zu.

Zwischen bester und schlechtester Klasse liegen damit rund 25 Prozentpunkte Wertentwicklung. In den Metropolen ist der Abstand noch größer: Dort sind Objekte der Klassen G und H im Schnitt etwa 35 Prozent günstiger als vergleichbare A-Immobilien.

Einfamilienhäuser: entspannter, aber nicht immun

Bemerkenswert ist der Unterschied zur Wohnung: Einfamilienhäuser haben über alle Effizienzklassen hinweg an Wert gewonnen, je nach Klasse zwischen vier und sechzehn Prozent.

Der Grund liegt auf der Hand. Wer ein Haus kauft, kann selbst über eine Sanierung entscheiden – Dämmung, Fenster und Heizung liegen in einer Hand. In der Eigentümergemeinschaft hängt jede Maßnahme an der Mehrheit der Versammlung. Diese Unsicherheit preist der Markt ein.

Was das für Ihre Eigentümergemeinschaft heißt

Genau hier liegt der Hebel für WEG. Eine Gemeinschaft, die eine belastbare Sanierungsplanung hat und diese auch dokumentieren kann, verkauft ihre Wohnungen unter anderen Vorzeichen als eine, in der seit Jahren nichts entschieden wird.

Ein Interessent, der einen Energieausweis der Klasse F sieht, fragt als Nächstes: Was ist geplant, was kostet es, wann kommt es? Wer darauf eine Antwort hat, verliert deutlich weniger.

Der Blick nach vorn

Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz ist der unmittelbare Zwang zum Heizungstausch entfallen. Das nimmt Druck aus dem Kessel – ändert aber nichts daran, wie der Markt bewertet. Käufer schauen weiterhin auf Effizienzklasse und Betriebskosten, unabhängig davon, was gesetzlich vorgeschrieben ist.

Wer die Atempause nutzt, um in Ruhe zu planen statt unter Zeitdruck zu entscheiden, ist im Vorteil. Wer sie als Entwarnung missversteht, verliert weiter an Substanz.

Wir unterstützen Sie dabei

Als Ihre Hausverwaltung begleiten wir Sanierungsvorhaben von der ersten Bestandsaufnahme über die Angebotseinholung bis zum Beschluss in der Eigentümerversammlung. Sprechen Sie uns an, wenn Sie wissen möchten, wo Ihre Liegenschaft steht.